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Topspeed in der Stadt
Lewis Hamilton konnte in Kanada wieder gewinnen

 

Vize-Weltmeister Lewis Hamilton konnte vor zwei Wochen beim Großen Preis von Kanada in Montreal zurückschlagen und ordentlich Punkte auf Sebastian Vettel, der „nur“ Vierter wurde, gut machen. Der Brite ist ein wahrer Kanada-Spezialist und profitierte bei seinem Start-Ziel-Sieg auf seiner Paradestrecke (bereits sechs Siege - nur Michael Schumacher konnte häufiger in Kanada triumphieren (7)) vom Unfallpech des Heppenheimers. 

 
Der deutsche WM-Führende musste  wegen eines Schadens bereits früh an die Box und konnte im weiteren Rennverlauf nicht mehr an Hamilton heranfahren. Trotzdem machte Vettel einen starken Eindruck, riskierte auch bei der Taktik einiges, schaffte es aber in der laufenden Saison zum ersten Mal nicht auf das Podium. Lewis feierte auf dem Circuit Gilles Villeneuve seinen insgesamt 56. Grand-Prix-Sieg. Insbesondere die Medien feierten Hamilton deutlich über den grünen Klee hinaus. Beispielsweise schrieb der Daily Mirror: Meisterhaft und entspannt zugleich: Lewis Hamilton schlendert zum Sieg in Kanada. Der Engländer glaubt, Vettel damit einen heftigen Schlag im Titelkampf versetzt zu haben. Zweifellos ist der Vizeweltmeister zurück in der Spur.“ Auch das bekannte italienische Blatt Gazzetta dello Sport meldet den Briten zurück im Kampf um den WM-Titel: „Schlechter Tag für Ferrari: In Kanada ist für Maranello alles schiefgelaufen. Die Träume zerschellen auf den ersten 400 Metern. Das Mercedes von Montreal  ist nicht dasselbe wie jenes in Monaco. Die Silberpfeile haben sich in vielen kleinen Aspekten verbessert, die es Hamilton nun ermöglichten, unbesiegbar zu sein. Ferrari bleibt zwar sehr stark, doch Mercedes ist Vettel auf den Fersen.“ Bisher konnten beide Duellanten in der laufenden Saison jeweils drei Rennen zu ihren Gunsten entscheiden. Nach aktuell sieben absolvierten Rennen liegt Sebastian Vettel mit 141 zwölf Punkte vor seinem Rivalen aus Großbritannien (129). Das Podium wird von Valteri Bottas (ebenfalls Mercedes / 93 Zähler) komplettiert. Niko Hülkenberg rangiert im Renault mit achtzehn Zählern auf Rang elf, Newcomer Pascal Wehrlein konnte im Sauber bisher acht Punkte einfahren   Mercedes (222) und Ferrari (214) liefern sich auch in der Teamwertung ein Kopf-an-Kopf-Rennen, das die Silberpfeile aktuell mit nur acht Zählern Vorsprung anführen. Hier komplettiert Red Bull Racing das Podium, ist aber mehr als deutlich abgeschlagen (112 Punkte).
 
Nadelöhr
Am kommenden Wochenende steht nun der Große Preis von Ascherbaidschan / Baku auf der Agenda. 2016 ging das erste Rennen in Baku am Kaspischen Meer über die Bühne. Mittlerweile wird das Rennen auch unter der Landesfahne ausgetragen. Der Krus führt führt die Piloten mitten durch die Zwei-Millionen-Einwohner-Metropole. Mit nur 28.000 Zuschauern ist der Große Preis von Europa das kleinste Rennen der Formel1-Geschichte, die Strecke geizt aber mit Attraktionen nicht: Historische Altstadt, moderne Regierungsviertel und Strandpromenade ein besonderer Straßenbelag, schließlich wird der Stadtkurs teilweise temporär asphaltiert. Sämtliche Anlagen werden temporär für den Grand Prix errichtet und anschließend wieder abgebaut: Paddock inklusive Boxengebäude, Team-Hospitalitys, Medienzentrum und Medical Center. Der aktuelle Weltmeister Nico Rosberg beschreibt das Rennen wie folgt: Es war 2016 ein wahres Erlebnis. Wir hatten keine Ahnung, was uns auf dem Stadtkurs erwartet, aber dann war es eine Offenbarung. Er ist sechs Kilometer lang und hat die längste Gerade im Formel1-Zirkus - hier werden bis zu 360 Kilometer pro Stunde erreicht. Am Ende der fast zwei Kilometer langen Gerade muss man brutal auf die Bremse steigen, um die ersten langsame Linkskurve zu bekommen. Auch die Steigung, die zur alten Stadtmauer führt, ist besonders. Dort ist der Kurs nur siebeneinhalb Meter breit und damit extrem eng. Es ist wie die Fahrt durch ein Nadelöhr, denn es passen auf keinen Fall zwei Formel1-Boliden nebeneinander. Insbesondere die Ingenieure werden in Baku auf eine harte Probe gestellt, denn sie müssen die perfekte Balance zwischen einem Stadtkurs und der dem langen Vollgasstück finden. Generell ist der Kurs die neueste Strecke im Kalender und der schnellste Stadtkurs der Welt. Offiziell stellte Valteri Bottas im vergangenen Jahr (damals im Williams) mit 366,10 Km/h einen neuen Speedrekord auf, allerdings fand die Messung nicht ganz am Ende der Geraden statt und erreichte laut teaminternen Daten sogar knapp 378 Kilometer pro Stunde - und das mitten in der Stadt. Ab dieser Saison erlebt Baku nicht mehr den großen Preis von Europa, sondern wegen der besseren Vermarktung den Großen Preis von Aserbaidschan. Im vergangenen Jahr wurde Vettel hinter Nico Rosberg Zweiter, Lewis Hamilton kam knapp vierzig Sekunden später als Fünfter über die Ziellinie. Die Buchmacher sehen Vettel mit Quoten von 2,75 als Außenseiter an - der Pick hat Value.
 
 
Andreas Stauder

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