Langzeitwette

Mannheim kann in Ruhe abwarten
Mannheims Andrew Desjardins trifft gegen Nürnbergs Niklas Treutle

 

Harte Arbeit ist wichtig im Hockey. Die leisteten die Kölner Haie am Sonntag im eigenen Haus. Vor 12.254 Zuschauern  hielt das Team von Trainer Dan Lacroix mit einem schwer erkämpften 4:2-Sieg gegen den ERC Ingolstadt „die Kerze am Brennen“, wie es das lokale Boulevard-Blatt „Express“ ausdrückte. Ob die Kerze des Vorrunden-Vierten nun aber bis zum Freitag brennt, oder bis zum Sonntag oder gar noch länger - für den Ausgang der Meisterschaft wird das nur bedingt relevant sein. Die Kölner haben (mal wieder) eine schwierige Saison hinter sich, mit Ups and Downs und einem Trainerwechsel (Peter Draisaitl musste im Januar Platz machen für den Kanadier Lacroix), Talent und Leistungsvermögen der Truppe sind erkennbar endlich. Auch auf den Vorrunden-Fünften ERC Ingolstadt trifft das grundsätzlich zu.

Favorit im Rennen um den Pokal der Deutschen Eishockey-Liga bleiben die Adler Mannheim. Hier stimmte von Saisonbeginn alles. Talent ist reichlich vorhanden, wurde vor der Spielzeit mit dem Einsatz von (ebenfalls reichlich vorhandenen) finanziellen Mitteln gecastet und vom aus Wolfsburg geholten Top-Trainer Pavel Gross zu einer funktionierenden Einheit geformt. Daran hatten viele Experten zunächst gezweifelt, der siebenfache Meister (zuletzt 2015) hatte schon des öfteren teure Kader-Umbauten unternommen ohne den gewünschten Effekt zu erzielen. Jetzt aber haben die Adler die Vorrunde mit sieben Punkten Vorsprung vor dem zuletzt dreifachen Meister München abgeschlossen und verbuchten glatte dreißig Zähler vor dem Dritten Augsburg. Im Viertelfinale lieferten die Adler wie geplant, mit 4:1-Siegen und  drei gut besuchten Heimspielen schaltete man die Thomas Sabo Ice Tigers aus Nürnberg aus. Das (finanziell ebenfalls gut aufgestellte) Team des fränkischen Schmuck-Magnaten hatte die Vorrunde als enttäuschender Zehnter abgeschlossen, immerhin reichte es über die Pre-Playoffs zum Einzug in die erste eigentliche K.o.-Runde, dem Siebten Bremerhaven ging die Luft aus. Mannheim hat nun im Halbfinale, wie auch im möglichen Finale, bis zu viermal Heimrecht. Das erste Duell der folgenden Runde wird am Dienstag kommender Woche ausgetragen, die Adler können in Ruhe ihre Runden drehen und auf den Gegner warten, der sich in bis zu sieben Viertelfinal-Spielen verschleißen muss und damit im Halbfinale per se schon im Nachteil ist.     

Eisbären holen auf

Mannheim wird im Halbfinale gegen den in der Punkterunde schwächsten Kontrahenten aus dem verbleibenden Trio spielen. Das könnten auch die Eisbären Berlin sein, sofern der Ex-Serienmeister (kam als Punkterunden-Neunter ebenfalls erst über die Vor-Playoffs weiter) tatsächlich das Kunststück fertig bringt, München aus dem Wettbewerb zu werfen. Der Ausgang der Serie ist weiter völlig offen, Berlin holte am Sonntag in München ein 3:0, verkürzte nach Spielen auf 2:3 und hat nun am Freitag das nächste Heimspiel. Erinnerungen kommen auf an das vergangene Jahr, als die Eisbären im Finale gegen München einen 1:3-Rückstand noch aufholten, um dann in Spiel sieben abschließend zu unterliegen. Das Duell in Berlin ist völlig offen, noch am ehesten lohnt die Wette auf weniger als 5,5 Tore (vier der bisher fünf Spiele). Ingolstadt ist zuhause ein Overtime-Kandidat, zwischen Düsseldorf und Augsburg (Stand 2:3) könnte es auf Düsseldorfer Eis zum dritten Mal in der Serie torarm werden. Knapp wird es in jedem Fall.                    

 

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