Sportwetten: Mehr als nur ein Hobby

Dirk Raczkowksi (28) kommt aus dem beschaulichen Wetterau-Kreis in Hessen, ist Steuerfachangestellter und leidenschaftlicher Sportwetter. Schon früh hat er angefangen, Geld auf Sportereignisse zu setzen und so sein Hobby entdeckt. Wir sprachen mit dem tippmit-Leser über sein Hobby, welches er zum Beruf gemacht hat, über erfolgreiche Wett-Systeme und über seine zeitintensive Arbeit als Facebook-Admin seiner eigenen Gruppen.

 

tippmit: Dirk, wie und wann hast Du mit Sportwetten angefangen?

Ich habe schon mit zehn Jahren meinem Vater bei seinen wöchentlichen Oddset-Scheinen geholfen. Damals natürlich in einem sehr viel kleineren Rahmen als jetzt und auch die technischen Gegebenheiten waren andere (lacht). Man musste warten bis die Spiele vorbei waren, um dann irgendwann die Ergebnisse im Videotext nachzusehen. Heutzutage wird man von der entsprechenden App über jede Gelbe Karte, jeden Platzverweis oder jedes Tor sofort informiert - unabhängig davon, ob das Spiel in der Champions League oder der zweiten Spanischen Liga stattfindet.


tippmit: Auf welche Sportarten und Tipps konzentrierst Du Dich? Und glaubst du auch an den großen Gewinn durch Kombiwetten?

Angefangen hat natürlich alles mit Fußball. Vor einigen Jahren begann ich mich dann intensiver mit einigen der US-Major-Ligen zu beschäftigen und so zähle ich nun neben Fußball vor allem die NHL (Eishockey) und die NBA (Basketball) zu meinen Kernkompetenzen. Seit zwei Spielzeiten habe ich außerdem die MLB (Baseball) in mein Repertoire aufgenommen und spiele dort regelmäßig kleinere Einsätze.
Einzelwetten sind sinnvoll. Generell muss man sagen, dass wenn man Sportwetten langfristig erfolgreich betreiben möchte, man fast ausschließlich Einzelwetten spielen sollte. 2er Kombis sind hin und wieder auch ein probates Mittel, bei maximal drei Spielen sollte es dann aber aufhören. Je mehr Spiele, desto größer die Gefahr zu Scheitern – auch wenn es sich um sogenannte Favoriten handelt. Ich persönlich spiele, im Rahmen eines Money Management Systems, hauptsächlich Einzelwetten und ansonsten 2er Kombis sowie Systemscheine. Mein bevorzugtes System ist hierbei das System 2/3 aus 3 – in diesem System spielt man drei 2er Kombis sowie die eine mögliche 3er Kombi. Sobald zwei der Spiele richtig sind, gibt es mindestens den Einsatz zurück (da die Mindestquote in diesem System bei mir pro Auswahl immer 2,00 beträgt und es insgesamt vier Wege gibt) und wenn alle drei Spiele kommen, gibt es eine schöne Vervielfachung des Einsatzes. Natürlich rentiert sich dieses System nur dann, wenn alle Spiele richtig sind – andererseits minimiert man aber sein Risiko, indem man bei zwei Richtigen mindestens seinen Einsatz zurückbekommt.


tippmit: Du betreust mehrere Facebook - Gruppen mit mehr als 12.000 Mitgliedern. Wie muss man sich deine Aufgaben vorstellen?

Angefangen hat alles mit meiner „Hauptgruppe“, die ich damals „sports betting no. 7“ getauft habe. Dort habe ich alles von Anfang an alleine aufgebaut und sehr viel Zeit und Herzblut investiert. Im Laufe des letzten halben Jahres habe ich dann zusätzlich zwei weitere Gruppen zu Akquise-Zwecken erworben. In „sports betting no. 7“ geht es vor allem um die Betreuung von Mitgliedern, das Analysieren von Sportwetten, das Aussieben meiner für den entsprechenden Tag favorisierten Spiele und letztendlich die Entscheidung welche Tipps ich mit welcher Einsatzempfehlung an die Mitglieder weitergebe. Ansonsten hat man bei Facebook viel damit zu tun, Fake-Profile und unerwünschte Werbung zu entfernen, dafür habe ich in den zwei weiteren Gruppen fünf Helfer. Alleine wäre das kaum mehr zu bewerkstelligen, die Suche nach guten Tipps ist zeitaufwendig genug.


tippmit: Bis vor kurzen hast Du alles ehrenamtlich gemacht, neben dem Beruf! Warum diesen großen Aufwand betreiben?

Die Frage stellen sich viele. Seit Beginn der Gruppe habe ich eine inzwischen vierstellige Anzahl von Stunden in die Gruppe(n) investiert. Angefangen hat es damit, dass ich selbst einer Facebook-Gruppe beigetreten bin – Tipico Sportwetten 2.0, mittlerweile auch unter meiner Obhut. Dort habe ich meine Tipps geteilt, gutes Feedback bekommen und wurde dann von anderen Mitgliedern gefragt, ob ich nicht eine eigene Gruppe erstellen wollte. Der Gedanke gefiel mir eigentlich recht gut, da ich gerne Anführer bin. Meine Gruppe habe ich vor allem aus zweierlei Gründen erstellt: Ich wollte einerseits meine Erfahrungen an andere, auch unerfahrenere Spieler, weitergeben, sodass diese weniger eigene Fehler machen und ggf. Geld sparen.
Andererseits sollte es auch als eine Art Schutz für mich selbst dienen. In dem Moment, in dem ich meine Tipps mit anderen Leuten teile, habe ich eine viel größere Verantwortung. Seitdem analysiere ich die Spiele viel genauer und gebe mir mehr Mühe. In der Regel nimmt die Gruppe nun mehrere Stunden täglich in Anspruch – und das neben dem Beruf und meiner Freundin. Möglich wurde das erst durch einen Kreuzbandriss, der mir viel „Freizeit“ verschafft hat. Im Prinzip komme ich von der Arbeit nach Hause und widme mich dann zu Hause meinem Nebenjob. Da es mir aber einen riesigen Spaß macht, kommt es mir in der Regel nicht vor wie Arbeit. Und meine Freundin hat auch viel Geduld mit mir (lacht).


tippmit: Seit Mai bekommst Du von den Gruppenmitgliedern eine Aufwandsentschädigung. Was bekommen sie im Gegenzug?

Das ist korrekt. Nach nunmehr 15 Monaten kostenloser Gruppenführung habe ich den Schritt gewagt und eine „premium group“ erstellt. Die Leistungen umfassen gut analysierte Sportwettenempfehlungen (aus mindestens vier verschiedenen Sportarten), eine wirklich einzigartige, verständnisvolle, harmonische Community, die sich gegenseitig hilft und unterstützt und persönlichen Support von mir, bei den täglich anfallenden Fragen der Follower. Im Prinzip alles wie vorher, nur eben gegen Bezahlung. Man muss dazu sagen: Früher oder später bieten fast alle Gruppen und Seiten auf Facebook eine kostenpflichtige Alternative an – die meisten früher bzw. sehr viel früher… Ich hatte zu Beginn ein paar Bedenken, dass die Mitglieder Abstand von mir nehmen könnten, jedoch hat die Erfahrung gezeigt, dass die Gruppe sehr verständnisvoll auf diese Entscheidung reagiert hat und ich viel Zuspruch erhalten habe. Das Risiko hält sich für meine Mitglieder ohnehin in Grenzen, da sie im Falle eines erfolglosen Monats den darauffolgenden Monat kostenlos bekommen. Für volljährige Schüler, Studenten, Geringverdiener, Unterhaltspflichtige oder anderweitig irgendwie vom Leben gebeutelte Menschen biete ich außerdem individuelle Rabatte an. Für viele ist die Gruppe im Laufe der Monate ein wichtiger Bestandteil ihres Lebens geworden. Das werde ich keinem wegen ein paar Euro wegnehmen, zumal ich damit nicht reich werden möchte.

tippmit: Was denkst Du, wieso wurde die Entscheidung, eine kostenpflichtige Gruppe zu eröffnen, von deinen Mitgliedern so gut angenommen?

Die Mitglieder vertrauen mir, da ich auch in schlechteren Zeiten zu meinen Tipps stehe und nichts schönreden möchte. Weiterhin spiele ich all meine Empfehlungen nachweislich selbst. Andere Gruppen machen dies nicht unbedingt und vertuschen gerne schlechte Ergebnisse oder löschen ihre Posts gar im Nachhinein. Meine Mitglieder wissen wie es im Sportwettengeschäft abläuft – man kann nicht immer Erfolg haben, schlechte Phasen gehören dazu. Es ist ein Investment - wie Aktien und Wertpapiere. Weiterhin stehe ich all meinen Mitgliedern jederzeit für Fragen rund um das Thema Sportwetten zur Verfügung und stelle so eine Bindung zu ihnen her.
 

Vielen Dank für das Gespräch, die Facebook-Gruppe ist hier zu finden.

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