Wettstrategien

Wieso Fußballwetten so oft platzen

Fußball ist Deutschlands Sportart Nummer eins. Spannende und knappe Duelle, viele Überraschungen und unerwartete Wendungen machen den Sport so beliebt. Das runde Leder ist auch Nummer eins bei den deutschen Wettern. Und dabei ist Fußball eigentlich eine der schlimmsten Sportarten, die sie ihrem Wettschein antun können. Eine Beweisführung:
 

Faktor Remis

Fußball ist eine der wenigen Sportarten, bei der es keinen Sieger geben muss. Das Remis ist das erste Problem für den Wetter, der unberechenbare „Faktor X“. Nicht nur, weil es drei Möglichkeiten des Spielausgangs gibt. Man kann schließlich auch im Fußball Zweiwegewetten abgeben. Ein Team kann sich jedoch mit einem Punkt aus der Affäre ziehen. Ein undenkbarer Fall beim Basketball oder Tennis und ein schwer berechenbarer Faktor im Fußball. Unterlegene Teams versuchen oftmals durch destruktive Spielweise den Gegner zu zermürben. Das kann die komplette Papierform über den Haufen werfen und den Wetter bitter enttäuschen, wenn sein Favorit 90 Minuten erfolglos gegen eine Betonwand anrennt. Genau so kann sich ein lang funktionierender Abwehrriegel natürlich auf die Anzahl der Tore auswirken.

Faktor Torzahl

Dass ein Team mit einer solchen Strategie durchkommen kann, liegt vor allem am nächsten wohl wichtigsten Punkt dieser Beweisführung: Im Fußball fallen wenige Tore! Während beim Handball ein Fehlwurf bei letztlich vielleicht 30 Toren nicht viel ausmacht, kann im Fußball die vergebene Großchance spiel- und damit wettentscheidend sein. Die Analyse mag vielleicht richtig sein, doch die eigenen Gesetze des Fußballs lassen manchmal die beste Vorahnung fruchtlos.

 

Ergebnisverwaltung

Die wenigen Tore führen auch dazu, dass man sich mit zwei Toren Vorsprung schon recht sicher fühlen kann. Beim Eishockey kann eine gute Powerplaysituation reichen, um ein Spiel völlig auf den Kopf zu stellen. Beim Fußball kann die führende Mannschaft einen Gang zurückschalten und das Ergebnis verwalten. Unter Umständen ist ein klarer Underdog sogar zufrieden, wenn er nicht zu hoch verliert. Nicht die beste Situation, wenn Sie „über 2,5 Tore“ auf dem Wettschein haben. Auch Defensivfehler tun wegen der geringen Gesamttorzahl viel mehr weh, als zum Beispiel ein Turnover im Basketball.
 

Individuelle Fehler

Und dann wäre da ja auch noch das Schiedsrichtergespann. Ein nicht gegebenes Tor oder ein Elfmeter nach einer klaren Schwalbe kann die Wette platzen lassen. Natürlich ist auch hier der Vater des Grundes die Gesamtzahl an Toren. Auch die Schiri-Fehler haben viel mehr Gewicht als bei Sportarten mit vielen Treffern oder Punkten. Vielleicht lässt auch eine ungerechtfertigte rote Karte den ganzen Matchplan in sich zusammenfallen. Vielleicht gibt es auch die eine Minute Nachspielzeit zu viel.

 

Motivationsprobleme

In der Tabelle geht es zu diesem Zeitpunkt in der Saison für viele Teams oft schon um nicht mehr viel. Eine Mannschaft im gesicherten Tabellenmittelfeld hat zum Saisonende vielleicht Motivationsprobleme, oder der Trainer testet andere taktische Systeme. Kein Tennisspieler würde erst in einem Turnier einen neuen Schläger probieren. Wenn ein Team vor einem wichtigen Spiel in der Königsklasse versucht schonend zu agieren, kann der Favoritentipp schnell in weite Ferne rücken.

Und doch wettet man Woche für Woche Fußball. Denn das Angebot ist am größten, man bekommt die meisten Informationen. Und man hat es ja immer schon gemacht.

 

Weiche Faktoren

Bedenken sie jedoch vor ihrer Fußballwette die genannten Faktoren, denn sie können sie auch für sich nutzen. Es sind weiche Faktoren, Aspekte, die sich statistisch schwer greifen lassen. Hier muss man sich manchmal auf eine Intuition verlassen oder bis zur Aufstellung beider Teams warten. Es kann etwa Value bringen, wenn man im richtigen Moment mit der zu ausgeprägten Selbstsicherheit eines formstarken Teams kalkuliert. Das sich dann einen Fehltritt leistet.

 

Zweiweg ist Triumpf

Generell sollten sie aber vor allem zu Zweiwege-Wetten greifen. Neben traditionellen Handicaps bieten sich auch asiatische Wettformen oder Torewetten an. Schon rechnerisch haben sie dann eine 50:50 Chance. Fußball ist manchmal wie Roulette. Die „0“ zahlt zwar am meisten, sie macht aber jede gedachte 50:50 Chance am Tisch zum Gewinn für die Bank. Natürlich bleibt der Bankvorteil bei Sportwetten auch bei der Trefferchance von 50:50 bestehen. Ihre Einsätze, ihr Risiko und bestenfalls auch ihre Gewinne sind aber viel besser zu kalkulieren.

 

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