Wettstrategien

Alles über Money-Management: Teil 3

Alles über Money-Management: Teil 3
Alles über Money-Management: Teil 3
In der letzten Woche besprachen wir konservative und vor allem statische Systeme des Money-Managements. Diese Woche wird alles etwas dynamischer! Man kann seine Einsätze nämlich auch davon abhängig machen, wie die letzten Wetten gelaufen sind.
 
Dies soll nicht dem Fehlschluss folgen, dass man eine Glückssträhne hätte oder ähnliche „Wettgespenster“ jagen, sondern einfach nur vernünftigen Umgang mit der Bankroll ermöglichen. Eine konservative Methode wäre das angepasste Staking. Wenn Sie sich an die letzte Ausgabe erinnern, dann auch an die Einsatzmethode mit Units, mit Einheiten. Diese Units waren jedoch festgelegt, also statisch. Spielt man jedoch ein fraktionales System, dynamisiert man seine Einsätze. Nehmen wir zum Beispiel an, dass ihre normale Unit immer exakt 1% ihres Wettkontostandes entspricht. Dann würden Sie nach einer erfolgreichen Phase schon größere Einsätze ins Rennen schicken, da ihr gesamter Kontostand angewachsen ist. Vor allem aber können Sie so effektiv Verluste begrenzen. Wird der Kontostand kleiner, werden nicht im Wahn mit großen Summen die Verluste „wieder reingeholt“ (und meist noch viel mehr verloren), sondern die Einsätze werden kleiner, damit das Konto nicht plötzlich leer ist, nur weil man mal ein paar Wetten nicht getroffen hat. 
 

Kelly-Formel

Eine bekannte Form dieser fraktionalen Einsatzsystem baut auf der Kelly-Formel auf. Diese errechnet sich aus den Variablen Wettquote und Gewinnwahrscheinlichkeit. Die Formel für das Kelly-Kriterium lautet: (b*p-q):b. b bezeichnet die Dezimalquote (Buchmacherquote) minus 1. p bezeichnet die Gewinnwahrscheinlichkeit (die Sie selbst festlegen) und q ist die Wahrscheinlichkeit des Misserfolges, also 1 minus p. Nehmen wir uns ein konkretes Beispiel vor: Sie glauben, dass die Bayern eine 70% Siegchance gegen Juventus haben. Die Buchmacherquote für dieses Spiel lautet 1,45 für den Bayernsieg. Daraus ergibt sich für die Kelly-Formel zur Einsatzbestimmung: (0,45*0,70-0,30):0,45 = 0,03. Das Kelly-Kriterium würde also den Einsatz von 3% der Bankroll empfehlen. Glauben Sie aber, dass die Bayern in 75% aller Fälle gegen Juve gewinnen müsste, ergibt sich für die Formel schon ein höherer Einsatz: (0,45*0,75- 0,25):0,45 = 0,19. Die 5% mehr an Wahrscheinlichkeit hat also den Einsatz schon auf 19% ihres Wettkontostandes anwachsen lassen. Ist Ihre Gewinnerwartung niedriger und die Kelly-Formel spuckt einen negativen Wert aus, sollten Sie nicht auf dieses Ereignis wetten, oder aber die Gegenwette (also Remis oder Sieg Juventus) durchrechen. Vielleicht finden Sie auf diesem Weg Value.
 
In der kommenden Woche wollen wir uns abschließend mit den stark progessiven Systemen befassen, die man auch unter „chasing“, dem Hinterherjagen verlorener Wetten, zusammenfassen könnte.
 

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