Wettstrategien

Alles über Money-Management: Teil 4

Alles über Money-Management: Teil 4
Alles über Money-Management: Teil 4
In dieser Woche erwartet Sie der Abschluss unserer kleinen Serie zum Them Money-Management. Bisher haben wir über statische und dynamische Systeme zur Einsatzbestimmung gesprochen. In der vergangenen Ausgabe präsentierten wir ihnen die Kelly-Formel zur Bestimmung der Einsätze.
 
Diese hängt stets von der Erwartungswahrscheinlichkeit in Prozent, als wie sehr Sie an ihre Wette glauben, der Buchmacherquote und natürlich von ihrem Kontostand ab. In dieser Woche stellen wir die Chasing-Systeme vor – mit all ihren Nachteilen.
 
„Chasing your losses“ heißt nichts anderes, als Verlusten hinterherzujagen. Jeder kennt das unschöne Gefühl nach einer verlorenen Wette. Man will sein Geld wieder reinholen und setzt daher beim nächsten Mal höher. Wie hoch ist schon die Wahrscheinlichkeit, dass man schon wieder falsch liegt? Um das vorwegzunehmen: die Wahrscheinlichkeit, dass Sie ihre Wette treffen ist völlig unabhängig davon, wie sie ihre letzten zwei, fünf oder 1000 Wetten getroffen haben. 
 
Dennoch fußen Chasing-Systeme genau auf diesem Prinzip. Da gibt es beispielsweise die Martingale-Taktik, die vor allem in den Casinos der Welt beim Roulette eingesetzt werden. Dabei setzt man eine Einheit auf eine Wette. Gewinnt man diese, setzt man beim nächsten Spiele wieder eine Einheit. Verliert man jedoch seine Wette, so verdoppelt man den Einsatz. Nach zwei verlorenen Wetten würde man beim dritten Mal also schon vier Einheiten spielen (bei einer Quote von 2,0). Was ist ihre Unit, ihre kleinste Wetteinheit? Vielleicht fünf Euro? Dann müssten Sie nach dem Martingale-Prinzip nach sechs Verlorenen Wetten bereits 320€ setzen – um am Ende fünf Euro zu gewinnen. Denn beim Martingale spielen Sie immer nur um ihren Anfangseinsatz, da Sie ja vom letztlichen Gewinn auch all ihre vorher nicht getroffenen Wetteinsätze abziehen müssen. 
 
Etwas zurückhaltender ist da schon die Strategie nach Labouchere, die wir ebenfalls schon einmal vorgestellt hatten. Diese basiert zwar ebenfalls darauf, dass man möglichst keine langen Negativserien hat, lässt jedoch die Einsätze nicht so sehr explodieren. Schreiben Sie sich eine kleine Reihe aus Wetteinsätzen auf, wir nehmen für ein Beispiel vier Einsätze á fünf Euro. Ihre Reihe würde dann so aussehen: 5-5-5-5. Nun setzt man immer zwei Zahlen aus dieser Reihe, also zehn Euro. Trifft die Wette, streicht man zwei Zahlen weg. Verliert man seine Wette, schreibt man die Zahl 10 an seine Reihe: 5-5-5-5-10. Beim nächsten Mal muss man wieder die erste und letzte Zahl seiner Reihe setzen, in unserem Beispiel also 15 Euro. Das Prinzip ist, dass man bei gewonnenen Wetten zwei Zahlen streicht, bei verlorenen aber nur eine dazukommt. Theoretisch reicht es, weniger als 50% seiner Wetten zu treffen – allerdings zerstören auch hier lange Durststrecken das Konto.
 
Kurz gesagt: jagen Sie niemals Verlusten hinterher und glauben Sie auch nicht an Strähnen. Wären diese Systeme sichere Geldmaschinen, dann würde jeder danach Wetten und Bookie für Bookie dichtmachen. Bleiben Sie vernünftig und agieren Sie stets von Spiel zu Spiel und mit den Einsätzen, die ihr Wettkonto hergibt. Wetten ist ein Marathon!
 

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