Wettstrategien

Außenseitersiege der Konditionswunder

Außenseitersiege der Konditionswunder
Der Tennis-Sommer steht in voller Blüte und so soll auch heute noch einmal der Fokus auf Strategien für bessere Tipps rund um die gelbe Filzkugel liegen.
Der Tennis-Sommer steht in voller Blüte und so soll auch heute noch einmal der Fokus auf Strategien für bessere Tipps rund um die gelbe Filzkugel liegen. Den Spielern stecken diverse Turniere in den Knochen mit vielen Runden, Krimis über 5 Sätzen und mehr Reisekilometern als manch Normalbürger in einem ganzen Leben macht.
 
Spätestens zu diesem Saisonzeitpunkt ist Erschöpfung im Turnierverlauf ein Faktor bei der Wettplanung. Aber wie groß sind die Auswirkungen von Konditionsverlusten wirklich? Es ist logisch, dass ein Spiel über drei Sätze den Spieler mehr ermüdet, als ein Zweisatz-Sieg. Besonders in WTA-Turnieren fällt Erschöpfung mehr ins Gewicht, da die Damen konditionell ohnehin etwas schwächer sind, als das männliche Geschlecht. Geht auch das nächste Spiel in den dritten Satz, siegt die konditionell stärkere Spielerin. 
 
Erschöpft noch stärker?
 
In diesem Jahr mussten in der WTA-Tour in 78 Fällen Spielerinnen nach zwei Dreisatz-Matches in Folge antreten. In 49% aller Fälle siegte die Akteurin mit der Doppelbelastung. Betrachtet man nur klare Favoritinnen (Quoten unter 1,5), steigt der Wert sogar auf 82%. Ist die Erschöpfung also nur ein Mythos? Es ist ganz klar abhängig von der jeweiligen Spielerin! Lucie Safarova musste in diesem Jahr drei Mal nach zwei aufeinanderfolgenden Dreisatzspielen antreten und verlor jedes Mal. Safarova war jedoch immer Außenseiterin. Anders sieht es bei Dominika Cibulkova aus. Sie verlor in dieser Konstellation zwei Partien, eine davon als klare Favoritin in Kuala Lumpur (Quoten um 1,15). 
 
Deutschlands Andrea Petkovic hingegen musste bei den French Open nach drei Dreisatzspielen einen echten Kraftakt hinlegen und besiegte als Underdog Sara Errani deutlich mit 6-2, 6-2. „Petko“ hatte zuvor drei Spiele über drei Sätze gewonnen. Noch beeindruckender ist die Französin Alize Cornet, die normalerweise nicht für ihre Konstanz berühmt ist. Vier Mal musste Sie nach zwei Dreisatzspielen ran und siegte jedes Mal als Außenseiterin. Besonders erwähnenswert ist ihr Erfolg über Serena Williams, bei der man Quoten von über 12 auf Cornet bekam. 
 
Konditionswunder beachten
Erwähnen muss man auch Anastasia Pawlijutschenkowa, die in Paris in jeder Runde über drei Sätze ging, mehrfach Favoriten ausschaltete und letztlich den Titel des Open GDF Suez perfekt machte. Die Beispiele zeigen: Erschöpfung ist von Spielerin zu Spielerin sehr unterschiedlich. Und es scheint, als würden die Quoten zu sehr aufgeblasen. Denn betrachtet man die Außenseiterinnen mit Quoten über 3,0 nach zwei Dreisatzduellen, ergibt sich eine Siegquote von immerhin 31,4%. Der Return war hier deutlich in der Gewinnregion. Beachten Sie also in den nächsten Turnieren die vermeintlich erschöpften Außenseiterinnen, besonders die Konditionswunder Cornet und  Pawlijutschenkowa.
 

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