Wettstrategien

Ballbesitz ist der Schlüssel zum Erfolg

Ballbesitz ist der Schlüssel zum Erfolg
Ballbesitz ist der Schlüssel zum Erfolg

Immer wieder warfen wir in dieser Bundesligaspielzeit auf der Statistikseite 6 (Printausgabe) einen Blick auf einzelne Spielstatistiken, die auf den ersten Blick nichts mit einer Wette zu tun haben: Torschüsse, Passquoten und Ballbesitz. Vor allem bei letzterem stellen sich viele die Frage: was hat das mit meiner Wette zu tun? Wie oft verliert die überlegene Mannschaft mit viel Ballbesitz, die aber am Ende einfach das Tor nicht trifft? Die Statistiken zeigen: gar nicht mal so oft!

Mehr Tore

In ihrem spannenden Buch „Die Wahrheit liegt auf dem Platz“ beschreiben die Autren Chris Anderson und David Sally den Zusammenhang von Ballbesitz und Punkten pro Saison. Bei einer Untersuchung von allen Premier-League-Spielen von drei Spielzeiten stellten die Autoren fest: Teams mit mehr Ballbesitz kommen in der Offensive häufiger zum Abschluss und erzielen auch mehr Tore. Die Mannschaften mit besseren Passwerten als der Gegner gewinnen im Schnitt mit 1,44:1,19 Toren. Egal welche Ballbesitzstatistik man sich ansieht (reiner Ballbesitz, Passquoten, Anzahl der Pässe), mehr Ballbesitz führt immer zu mehr offensivem Ertrag. Auch das vermeiden von Ballverlusten hat eine wichtige Bedeutung: Teams mit weniger Ballverlusten übertreffen ihre Gegner mit 1,5 zu 1,1 Toren. Mehr reiner Ballbesitz bringt einen Vorteil von 0,3 bis 0,5 mehr Toren als der Gegner.

Ballbesitz ist Erfolg

Auf die gesamte Saison gesehen führt mehr Ballbesitz auch zu weniger Niederlagen und mehr Punkten. Natürlich gibt es an jedem Spieltag Ausreißer aus dieser Statistik. Alleine am letzten Spieltag hatte Schalke 65,1% Ballbesitz gegen Köln und eine deutlich bessere Passquote (84% zu 64%) Zwar produzierte Schalke auch erwartungsgemäß mehr Torschüsse als der FC (16:12), unterlag aber nach zwei Kontertreffern der cleveren Geißböcke letztlich mit 0:3. Auf die lange Sicht sollte Schalke sich mit durchschnittlich 52% Ballbesitz dennoch weiter vorne befinden als Köln (48%).

Keine Stats ohne Ausreißer

Bevor sich jetzt jedoch Fans von Stuttgart (51% Ballbesitz) Hoffnungen auf einen deutlichen Aufschwung machen oder Darmstadts Fans sich Sorgen wegen lediglich 40% Ballbesitz machen: es gab in England auch ein Team, das stets der Statistik trotzte: Stoke City machte eine Kunst aus dieser Spielweise, nutzte Einwürfe zum Zeitschinden aber auch als Torchancen (indem stets ein guter Einwerfer im Team war) und machte sich mit Erfolg herzlich wenig aus Ballbesitz. In der Gesamtübersicht muss man jedoch festhalten, dass auch Stoke nur ein Ausreißer war/ist. Früher oder später wird sich auch die Bundesliga dem Gesetz unterwerfen: mehr Ballbesitz bedeutet mehr Punkte.

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