Wettstrategien

Ihr erstes eigenes Wettmodell - Teil 2

Ihr erstes eigenes Wettmodell - Teil 2
Ihr erstes eigenes Wettmodell - Teil 2
Weiter geht es in unserer Serie zum Aufbau Ihres eigenen Wettmodells. Nach der Auswahl einer oder mehrerer Datenbasen folgt ein erster Berechnungsschritt. Es geht nun um die Gewichtung der Teamunterschiede. Zum einfacheren Verständnis führen wir den Aufbau mit einem echten Beispiel fort, beziehen uns dabei auf den Kaderwert von Transfermarkt.de. Sowohl bei der Datenbasis als auch bei der Gewichtung dürfen Sie selbstredend eigene Maßstäbe anlegen.

In unserem Beispiel gehen wir davon aus, dass der Kaderwert auch die Stärkeverhältnisse der Bundesliga wiedergeben. Da die Kaderstärken von 26-34 Spielern variieren, wählen wir den durchschnittlichen Wert pro Spieler als Grundlage. Mit 21,3 Mio € sind die Bayern absoluter Spitzenreiter, gefolgt von Dortmund (11,87 Mio €), Leverkusen (7,27 Mio €) und Wolfsburg (6,66 Mio €). Am Ende der Tabelle findet sich Darmstadt (0,7 Mio), Ingolstadt (1,01 Mio), Augsburg (1,58 Mio) und Bremen (1,7 Mio). Auf den ersten Blick könnte man sich schon bestätigt fühlen: Europa-League-Teilnehmer Augsburg ist in der Bundesliga tatsächlich überraschend schwach, Werder hängt trotz eines Sieges am Wochenende auf Rang 14, die vier genannten Top-Teams sind in den Top sechs der Bundesligatabelle. Doch für echte Bundesligatipps reicht eine bloße zweite Tabelle (die Marktwerttabelle) nicht aus. Wir wollen wissen, wie deutlich die Bayern den FC Augsburg besiegen könnten um einschätzen zu können, welches Handicap man anbringen kann. Wir wollen wissen, wo sich ein Remistipp lohnen könnte und wie sicher Schalke am Wochenende gegen Ingolstadt gewinnt. Daher braucht es eine Übersetzung der Marktwerte in etwas praxisnaheres. Ein ganz einfacher Ansatz wäre „Geld schießt Tore“.

Geld schießt Tore

Der mittlere Marktwert aller Spieler aller Teams liegt bei 4,54 Mio €. Bisher erzielten Bundesligateams pro Spiel im Schnitt 1,44 Tore pro Spiel. Ausgehend von diesen Mittelwerten könnte man einen Dreisatz zur Umrechnung der Marktwerte in Tore pro Spiel vornehmen. So erhalten wir den Wert von einem Treffer pro 3,15 Mio € Marktwert pro Spieler. So könnte man nun die jeweiligen Marktwerte der Kontrahenten vergleichen und die Torwerte voneinander abziehen und erhielte schließlich den erwarteten Siegesvorsprung. Sehen wir uns also die angesprochene Partie zwischen Schalke (6,37 Mio Marktwert pro Spieler) und Ingolstadt an. Für Schalke erwarten wir eine Torsumme von 2,02 Treffern (6,37 geteilt durch 3,15), für Ingolstadt lediglich 0,32 Treffer. Schalke sollte also mit 1,7 Toren Vorsprung gewinnen, der richtige Tipp wäre also das Handicap -1 oder asiatisch -1,25.

Vorsicht vor Ausreißern

Abgesehen davon, dass dieses Modell natürlich sehr einfach und statisch (die Marktwerte verändern sich sehr unregelmäßig, Verletzungen werden nicht eingerechnet usw) ist, fällt dem aufmerksamen Leser sofort auf, dass die Bayern so deutlich über der Liga stehen mit fast doppelt so hohem Marktwert wie der nächste Verfolger, dass die Werte möglicherweise stark verzerrt sind. Allerdings gewinnen die Bayern ihre Spiele tatsächlich mit durchschnittlich 2,9 Toren pro Partie. Für Ihr eigenes Wettmodell müssen Sie eine Übersetzung in Spielstärke finden. Die vorgestellte Variante dient dazu lediglich als Denkanstoß. In der nächsten Woche werden wir das System dynamisieren, also wandelbarer und aktueller machen, quasi feintunen. Bis dahin können Sie an der Übersetzungsformel für Ihr System feilen.

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