Wettstrategien

Ihr erstes eigenes Wettmodell - Teil 3

Ihr erstes eigenes Wettmodell - Teil 3
Ihr erstes eigenes Wettmodell - Teil 3
Wer in den vergangenen beiden Wochen die Rubrik Wettstrategien verfolgt hat, sollte zu diesem Zeitpunkt über das Grundwissen für einfache Wettmodelle verfügen oder sich idealerweise bereits eines konstruiert haben. Wer die Ausgaben verpasst hat, findet die entsprechenden Artikel in unserem Archiv.
 
Dynamisierung
Unsere bisherigen Wettmodelle sind rein statisch, d. h. ein Stärkewert wird zu Saisonbeginn festgelegt und an diesem orientieren sich alle Tipps. In der letzten Ausgabe hatten wir den durchschnittlichen Marktwert der Spieler als Grundlage gewählt. Dies würde uns Woche für Woche also die gleiche Berechnungsgrundlage liefern und Formschwankungen völlig außer Acht lassen. Dafür ist es von Nöten, das Modell zu dynamisieren. Eine einfach Möglichkeit wäre zum Beispiel die Formtabelle der letzten fünf Spiele mit einfließen zu lassen. In irgendeiner Form (die bleibt wieder einmal jedem selbst überlassen) kann so die aktuelle Form mit einbezogen werden. Um bei unserem Beispiel zu bleiben: Der BVB müsste vom Marktwert her den FC Schalke im Derby schlagen können: Dortmund hätte nach der Rechnungsart aus der letzten Ausgabe eine Spielstärke von 3,79 Treffern pro Partie, Schalke nur 2,02 – der BVB wäre also mit 1,77 Toren zu favorisieren. In der Formtabelle steht der BVB (3-1-1) etwas besser da als Schalke (2-1-2). Dortmund schoss in dieser Zeit 13 Tore, Schalke nur fünf. Auch die Differenz dieser Torzahlen könnte man in die Rechnung mit einbeziehen um auch die Form in die Kalkulation zu nehmen.
 
Performance
Eine andere Möglichkeit der Dynamisierung wäre eine wöchentliche Anpassung nach Performance. Schalke hätte gegen Ingolstadt nach unserem Beispiel mit 1,5 Toren gewinnen müssen. Da die Partie jedoch remis endete, hat Schalke um 1,5 Treffer unterperformt, Ingolstadt war um 1,5 Tore besser als erwartet. Bezieht man diese Zahlen in seine Rechnung mit ein, nähert sich die Rangliste nach Marktwerten langsam der tatsächlichen Stärke an. Hier ist es jedoch auch wichtig, keine Fehler bei der Gewichtung zu machen. Alle Spiele sollten dann auch mathematisch gleichmäßig wichtig für die Rangberechnung sein. Natürlich kann man das System auch noch um weitere Faktoren erweitern. Statische Elemente wie zum Beispiel der Heimvorteil oder die Anzahl der Ruhetage zwischen zwei Partien, Torschussstatistiken, Ballbesitz und natürlich auch äußere Umstände, wie zum Beispiel vor Saisonende ein drohender Abstieg oder die Chance auf einen Platz in der Königsklasse. Wann immer man jedoch ein neues Element hinzufügt, sollte man sich sicher sein, keine Denkfehler zu begehen und plötzlich sein Ausgangsmodell völlig zu vernachlässigen, weil man die Form und den Heimvorteil mathematisch überbewertet.
 
Geduld ist bei dieser Herangehensweise ohnehin der wichtigste Aspekt. Ein Spieltag kann der totale Reinfall sein, nach fünf Spieltagen kann das Modell aussehen, als wäre man auf dem völlig falschen Dampfer. Ob ihr Modell sinnvoll ist, lässt sich frühestens nach einer kompletten Saison abschätzen. Daher empfiehlt es sich, mit verschiedenen Modellen zu experimentieren, Geduld zu haben und zunächst mit sehr kleinen Einsätzen zu spielen. So entwickelt sich in kurzer Zeit auch ein gutes Gefühl für Gewichtungen innerhalb des Systems. Betrachten Sie die aufgezeigten Möglichkeiten als Denkanstöße – die absolute Gewinnformel wurde nämlich noch nicht gefunden.
 

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