Wettstrategien

Glückssträhnen, Läufe und Serien

Glückssträhnen, Läufe und Serien
Glückssträhnen, Läufe und Serien
Wie war Ihre jüngste Wett-Performance? Durchwachsene Wetten, ärgerliche Misserfolge, geplatzte Kombiwetten oder gar eine echte Glückssträhne? Strähnen, Streaks oder Serien sind die großen Träume aller Glücksspieler und auch unter Sportwettern. Das equivalent der heißen Hand im Basketball oder der Torserie eines Stürmers im Fußball – das kennen wir Wetter aus unserem täglichen Geschäft. Ob es Serien wirklich gibt, daran scheiden sich die Geister.

Forscher vom University College in London untersuchten zur Klärung dieser Frage das Wettverhalten von 700 Sportwettern und analysierten dafür knapp 600.000 Wetten. Ihre Ergebnisse sind auf den ersten Blick erstaunlich: Die Gewinnwahrscheinlichkeit der ersten Wette aller Tipper lag bei 48%. Die Wahrscheinlichkeit eines zweiten erfolgreichen Tipps desselben Spielers lag bei 49%, wohingegen diese bei einem Sportwetter, der seine vorherige Wette verloren hatte, nur bei 47% lag. Noch deutlicher wurde der Trend, je mehr Wetten in Folge gewonnen wurden. Nach zwei Treffern war die Wahrscheinlichkeit eines Treffers in der dritten Wette schon bei 57%, der vierte Treffer in Serie hatte eine Wahrscheinlichkeit von 67% und Spieler mit vier Treffern gaben zu 72% auch im fünften Spiel den richtigen Tipp ab. Je mehr Tipps in Folge stimmten, desto größer wurde die Wahrscheinlichkeit eines weiteren richtigen Tipps. Also gibt es sie, die Glückssträhnen, die Läufe?

Wahrscheinlichkeit steigt

Die Daten scheinen die Theorie der heißen Hand zu bestätigen. Doch die Gewinnwahrscheinlichkeit bringt nur die halbe Wahrheit ans Tageslicht. Die Forscher sahen sich als nächstes die Wettquoten der einzelnen Tipps an und stellten fest, dass Tipper nach erfolgreichen Wetten die Neigung hatten, zu niedriger quotierten Spielen zu greifen, also „sicherere“ Tipps zu wählen. Im Gegensatz dazu versuchten Wetter nach verlorenen Tipps ihr Geld mit höherquotigen, riskanten Tipps wieder reinzuholen. In der Jahresbilanz unterschieden sich beide Arten von Wettern nicht mehr. Auch ein Spieler mit vielen und langen Strähnen war nicht reicher als der risikoaffine Tipper mit schwankender Tagesform.

Denken statt Glauben

Aus statistischer Sicht kann es keine reinen Strähnen geben, denn die einzelnen Wettereignisse sind immer völlig unabhängig voneinander. Der Zufall hat kein Gedächtnis. Der Glaube an solche Phänomene hat aber zur Folge, dass man als Tipper unvorsichtig wird und sich nicht mehr auf seine Recherche verlässt, sondern viel mehr an seine seherischen Fähigkeiten glaubt - ein gefährlicher Glaube! 

Kontakt  

Deutscher Sportverlag
Redaktion tippmit

Friesenplatz 16
50672 Köln
Deutschland

Tel.: +49 (0)221/25 87-319/320
Fax: +49 (0)221/25 87-540

E-Mail: tippmit(at)sportverlag.de