Wettstrategien

Matchball ist nicht gleich Matchball

Matchball ist nicht gleich Matchball
Matchball ist nicht gleich Matchball

 

In Europa rollen die Fußbälle wieder, auch die Topligen kommen langsam ins Rollen. Doch wer sich, wie in der vergangenen Woche empfohlen, zunächst vor allem als Beobachter übt, braucht natürlich ein bisschen Wettaction in anderen Tätigkeitsfeldern. Die Tennissaison steht in voller Blüte. 

In Hamburg, Gstaad, Atlanta, Baku oder Florianopolis wurde  auf gelbe Filzkugeln eingeschlagen bis das Wettkonto glüht. Gerade für Livewetter ist Tennis der richtige Sport: von Morgens bis tief in die Nacht gibt es wettbare Partien. Wir haben uns daher in dieser Woche mit einem besonderen Szenario für Livewetter beschäftigt: mit dem Matchball!

Jedes Tennismatch endet mit einem Matchball. Aber nicht jeder Matchball beendet ein Tennismatch, denn nicht jeder wird auch genutzt. Oft hält man ein Spiel vor dem Matchball für so gut wie beendet. Doch stimmt das auch wirklich oder unterliegen wir einem Spielerfehlschluss, weil wir aus der Erfahrung, dass Spiele ja grundsätzlich mit Matchbällen enden, fälschlicherweise schließen, dass nun der gerade kommende Matchball höchstwahrscheinlich auch das Spielende bedeutet? Ein Blick auf die Statistiken der Frauen-Tour WTA sollte uns besser leiten als das Gefühl.

Erster Matchball

In 81% der Fälle verwerteten die Damen ihren ersten Matchball zum Sieg, in 19% der Fälle konnte der Matchball abgewehrt werden. Mit der Zahl der Matchbälle pro Spielerin steigt natürlich auch die Wahrscheinlichkeit des Sieges. Bei zwei oder mehr Matchbällen pro Spielerin liegt die Siegeswahrscheinlichkeit schon bei 92%.

Spielsituation entscheidet

Spielt es eine Rolle, ob der erste Matchball im zweiten oder dritten Satz kommt? Eine kleine zumindest: Matchbälle im zweiten Satz wurden zu 91% in Siege umgemünzt, im dritten Satz nur zu 85%. Noch verräterischer ist jedoch die Spielsituation zum Zeitpunkt des ersten Matchballs. Führt eine Spielerin mit zwei Breaks, ist ihre Siegeswahrscheinlichkeit beim Matchball bei 95%. Beträgt die Führung ein Break, fällt die Wahrscheinlichkeit auf 87%. Gibt es keine Breakführung, liegt die Gewinnwahrscheinlichkeit bei Breakball bei 85%. Was kann man nun mit diesen sehr ähnlichen Werten anfangen?

Faktoren kombinieren

In der Kombination der einzelnen Wahrscheinlichkeiten ergibt sich ein interessantes Bild: Spielerinnen, die im zweiten Satz zwei oder mehr Matchbälle bei einer Führung von zwei Breaks haben, gewinnen in fast 94% der Fälle mit dem nächsten Matchball. Doch Spielerinnen, die keinen Breakvorteil im dritten Satz haben und ihren ersten Matchball bekommen, können nur in 60% der Fälle diesen auch verwerten. Hier gibt es für Livewetter also die Gelegenheit, recht hohe Quoten abzustauben. Es empfiehlt sich auch, sich einzelne Spielerinnen und Spieler herauszupicken, und deren Matchball-Verhalten genauer zu analysieren. Einige zeigen in dieser Situation mehr Nerven als andere – für Livewetten ist solches Wissen unverzichtbar.

Wetten unter Zeitdruck

Bedenken Sie auch den Zeitdruck, den Sie bei der Wettabgabe haben werden. Das Fenster zur Abgabe des Tipps vor dem Matchball ist extrem klein. Für späte Analyse bleibt da keine Zeit mehr. Sie sollten Sich idealerweise schon vor Spielbeginn das entsprechende Szenario zurechtgelegt haben: 1. wie viele Matchbälle hatte Spieler A schon, 2. wie hoch ist seine Führung und 3. in welchem Satz befindet sich das Spiel.

Kontakt  

Deutscher Sportverlag
Redaktion tippmit

Friesenplatz 16
50672 Köln
Deutschland

Tel.: +49 (0)221/25 87-319/320
Fax: +49 (0)221/25 87-540

E-Mail: tippmit(at)sportverlag.de