Wettstrategien

Mentale Stärke ist wichtiger als Form

Mentale Stärke ist wichtiger als Form
Kei Nishikori ist die Nummer vier der Welt
Nach den French Open und Wimbledon ist vor den US Open. Gerade die Grand-Slam-Turniere bieten viele lukrative Chancen.  Wir werfen einen Blick auf die Top-Spieler im Herrentennis. Welche Akteure sind am konstantesten, welche sind wacklig gegen Außenseiter und wer kann als Favoritenschreck die großen Quoten nach Hause bringen?
 
Im Gegensatz zum Fußball muss der Tennisspieler sich komplett auf seine eigenen Fähigkeiten verlassen. Es gibt keine zehn Mitspieler, die ihn an einem schlechten Tag mitschleppen können. Gibt es ein Motivationsproblem, wird der Spieler wahrscheinlich verlieren. Resultierend daraus, gibt es bei jedem Spieler eine gewisse Konsistenz. Manche Spieler können die Konzentration stets hoch halten, andere wiederum verlieren überraschend als hoher Favorit. Und die dritte Kategorie wächst in Spielen gegen Topstars über sich hinaus.
 
Wackliger Fognini
Da wäre zum Beispiel Fabio Fognini: der Italiener schlug Rafael Nadal in diesem Jahr schon zwei Mal auf Sand, was viele Spieler in ihrem ganzen Leben nicht schaffen. Doch direkt im Anschluss an diese Spiele verlor er jeweils in zwei Sätzen, holte dabei insgesamt nur sieben Spiele – zum Ärger vieler Wetter. Doch für Fognini war dies eigentlich nichts neues. Im Oktober 2014 verlor er – als Favorit mit 1,06 Quote – in der ersten Runde der Shanghai Masters. Fognini ist also immer für eine Überraschung gut. 
Betrachtet man die letzten 50 Spiele eines jeden Top50-Spielers in der Weltrangliste, finden sich einige weitere auffällige Kandidaten. In Spielen gegen sehr starke Gegner (Top 10, mindestens 20 Spiele) glänzte zum Beispiel Guillermo Garcia-Lopez, der ein Return on Invest (ROI) von 184,5% erspielte. Auch Kei Nishikori (87,7%) und John Isner (44,1%) sorgten für einen starken „Zinssatz“ für Wetter. Am schlechtesten schnitten Santiago Giraldo (-86,6%), Viktor Troicki (-70,4%), Kevin Anderson (-52,8%) und Andreas Seppi (-42,9%) ab.
 
Solide Favoriten
Doch manche dieser Spieler hatten wiederum Stärken als starke Favoriten. Von allen Top 50-Spielern, die vor Partie mit Quoten kleiner als 1,20 bedacht waren, war zum Beispiel Kevin Anderson (12,3% ROI) der erfolgreichste Spieler, gefolgt von David Goffin (8,7%) und Lukas Rosol (7,6%). Unser wankelmütiger Experte Fabio Fognini verbrannte in dieser Kategorie viel Geld (-15,4% ROI). Doch auch Andreas Haider-Maurer (-15,3%) und Rafael Nadal (-14,1%) waren nicht gerade starke Favoriten.Bei Quoten über 3,0, also als Außenseiter, überraschte vor allem Kei Nishikori (92,9% ROI) seine Wetter. Garcia-Lopez (88,8%) und Ivo Karlovic (61%) sorgten ebenfalls für volle Konten. Giraldo (-55,1%), Benjamin Becker (-51,5%) und Richard Gasquet (-47%) konnten sich entsprechend selten als Außenseiter in Szene setzen.
 
Charakterzüge erfassen
Die kleine Übersicht verrät extrem starke Schwankungen im Topfeld der ATP Tour. Da Konsistenz vor allem in der heißen Phase dieser Saison sehr wichtig ist, sollten Wetter nicht nur die aktuelle Form betrachten. Manche Spieler sind mental nicht stark genug, einen Sieg entsprechend einzuordnen und stehen im nächsten Spiel völlig neben sich. Andere wiederum können sich offenbar als Außenseiter besonders motivieren. Diese Erfahrungswerte sind viel fester als eine schwankende Form, manche Spieler begleiten sie ein Leben lang. Für Tennis-Wetter sind diese Charakterzüge einzelner Spieler also sehr wichtig in der Wettplanung.
 

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