Wettstrategien

Der Optimismus Bias: Teil 2

Der Optimismus Bias: Teil 2
Der Optimismus Bias: Teil 2
In der vergangenen Woche haben wir auf dieser Seite den Optimismus Bias vorgestellt, die Tendenz zu glauben, dass wir eine geringere Chance haben, eine negative Erfahrung zu machen, als andere. Wieso also glauben wir, dass für uns die normalen Statistiken nicht gelten, wieso hoffen wir trotz der Chance von 1:14 Mio. auf den Lottogewinn? 
 
Wie in der Vorwoche angeschnitten, kann unser Gehirn besonders kleine Erfolgschancen nicht realistisch berechnen. Da es dies nicht kann, verlässt es sich eher darauf, ob es sich ein Ereignis vorstellen kann. Diese Form des Optimismus Bias nennt sich auch Verfügbarkeits-Bias. Lottogewinner tauchen oft im Fernsehen oder der Presse auf und so kann man sich den Lifestyle, den ein Lotteriegewinn mit sich bringt, eben auch gut mit der eigenen Person vorstellen. Zwar ist die extreme Mehrzahl der Menschen im TV-Programm nicht Lottogewinner, doch dann wird eben auch nicht darüber gesprochen. Ähnlich verhält es sich mit negativen Nachrichten: passiert ein Flugzeugunglück oder ein Terroranschlag, ist vielen Menschen diese Art zu sterben präsenter und so schätzen sie die Wahrscheinlichkeit, selbst bei solch einem Vorfall zu sterben, höher ein. Obwohl die Wahrscheinlichkeit beim Duschen auszurutschen und so zu Tode zu kommen stets höher ist (etwa 1 zu 800.000), meiden Menschen nach Flugzeugabstürzen eher Flughäfen als Duschen.
 
Psychologische Belohnung
Ein weiterer Bias oder eine Verzerrung bei tatsächlich zufälligen Ereignissen besorgt unser Gehirn über psychologische Belohnungen. Verpasst man beim Wetten einen Tippschein nur ganz knapp oder hat eine längere Durststrecke, glaubt man an eine höhere Trefferwahrscheinlichkeit beim nächsten Tipp – während in Wirklichkeit diese zwei Tippscheine völlig unabhängig voneinander sind. 
 
Kann man sich von all diesen Verzerrungen schützen und ein besserer Tipper werden? Man kann! Wenn man jeden Schritt der Wettfindung rational betrachtet und sich nicht von Scheinzusammenhängen täuschen lässt, beispielsweise. Oder indem man unfassbar kleine Wahrscheinlichkeiten mit anderen vergleicht, um ein besseres Gefühl zu kriegen. So könnten Sie unseren Duschunfall vergleichen mit dem Tod durch Hundebiss (1 zu 700.000). Wenn es auch mal etwas erfreuliches sein soll, dann vielleicht dieser Vergleich: die Chance auf eine olympische Goldmedaille liegt bei (1 zu 662.000 – allerdings zum Zeitpunkt Ihrer Geburt).
 
Statistisch fahren Sie mit einer rein rationalen Herangehensweise immer besser. Doch der Traum vom Lottogewinn, einem neuen Auto, einer Weltreise oder ähnlichem ist ja manchmal den Lottoschein schon wert. 
 

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