Wettstrategien

Sportwissen vs. Wettwissen

Sportwissen vs. Wettwissen
Sportwissen vs. Wettwissen
 

Man kennt es von Stadionbesuchen: Neben den Trainern und Co-Trainern sind auf den Tribünen noch 20 bis 80.000 weitere Trainer anwesend, die durch Sachverstand glänzen und grundsätzlich wissen, wie Spiele zu gewinnen sind. Manche von ihnen verfügen tatsächlich über einige Erfahrung in ihrem Sport, sind vielleicht sogar als Trainer tätig. Auch ausgemachte Fußballexperten und Ex-Profis wie Oliver Kahn oder Mehmet Scholl müssen als TV-Kommentatoren immer wieder Tipps abgeben – und liegen oft meilenweit daneben. Wieso können diese Profis häufig schlechter Tippen, als manche Statistiker und Analysefreaks, die sich möglicherweise beim ersten realen Ballkontakt ihres Lebens schon die Knochen brächen? 

 
Wettmärkte verstehen
Einer der erfolgreichsten Devisenhändler der Welt machte ein Vermögen mit dem Handel von Schweizer Franken. In einem Interview konnte er nicht einmal sagen, wo die Schweiz liegt. Andere Börsenexperten handeln Aktien von Unternehmen, bei denen sie nicht einmal wissen, welche Produkte diese herstellen. Sie haben sich auf die Kenntnisse der Gesetze des Marktes verlassen, anstatt auf die tatsächlichen Inhalte. Und diese Gewichtung ist zum Teil auch auf Sportwetten übertragbar. Wer Wettmärkte versteht, gewinnt!
 

Gefährliche Redewendungen

Die Analyse von Sport und Fußball im Besonderen basiert häufig auf alten „Redewendungen“ und Floskeln. „Der Pokal hat seine eigenen Gesetze“, „man trifft besonders gern gegen seinen Ex-Club“ sind nur zwei Beispiele. Weder gibt es eine höhere Anzahl von Außenseitersiegen im Pokal als im normalen Ligabetrieb (das Gegenteil ist der Fall, Quotenfavoriten setzen sich sogar häufiger durch), noch gibt es Belege dafür, dass Spieler gegen ihre Ex-Vereine häufiger treffen, als gegen andere Clubs.

 
Gerade Journalisten lieben stimmige Geschichten, also werden diese immer in den Vordergrund gerückt.  Folgerichtig entsteht der Eindruck, dass es bestimmte Gesetzmäßigkeiten gibt, die jedoch nicht statistisch untersucht wurden. Der gefoulte Spieler trifft beispielsweise beim Elfmeter nicht seltener als ein völlig anderer.Natürlich ist echtes Sportwissen hilfreich vor der Einschätzung eines Spiels. Das Wissen um  die Überlegenheit der Bayern war schon in der Vorsaion für viele lukrativ. Die Öffentlichkeit setzte daher aber auch immer auf viele Tore des FCB. Dass Robben und Co. auswärts 2013/14 aber nur 57,1%  ihrer Spiele mit mehr als 2,5 Toren beendete, gab dem cleveren Wetter den Vorteil. Wer alle Auswärtsspiele der Münchener auf „unter 2,5“ gesetzt hatte, wurde reicher als der Over-Tipper. Das Wissen um die Feinheiten der Quotierung gibt den Ausschlag.
 

Marktanalyse siegt

Halten wir also fest: ein Wetter mit viel Sportwissen kann nur dann ein erfolgreicher Wetter sein, wenn er über Kenntnisse von Quoten und Wettmärkten verfügt. Oftmals ist nicht die richtige Ahnung über den Spielverlauf entscheidend, sondern die daraus resultierende Entscheidung über die Wette. Der Unterschied zwischen „über 2,5 Tore“ und „über 1,5 Tore in der ersten Halbzeit“ ist von der Quotierung her beispielsweise deutlich größer, als der nicht wettbewanderte Sportfachmann glauben würde. Ein Spiel kann auch mit mehr als drei Toren enden, obwohl nicht beide Teams getroffen haben. Analysieren Sie nicht nur das Spiel, analysieren Sie die Märkte!
 

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