Wettstrategien

Vorsicht: Die gängigsten Fußballmythen

Vorsicht: Die gängigsten Fußballmythen
Vorsicht: Die gängigsten Fußballmythen
Sportarten sind kleine Welten für sich. Der Handball hat seine eigenen Rituale, im Eishockey oder im Rugby gibt es zahllose ungeschriebene Regeln und im Fußball, da gibt es mehr Weisheiten und Phrasen, als Tore von Pelé und Maradona zusammen. Diese werden über Generationen weitergegeben und nicht weiter hinterfragt.
 
Wir haben die Top drei Fußball-Mythen zusammengesucht, die beim Wetten rein gar nichts zu suchen haben. Da aber der Großteil der wettenden Bevölkerung auf diese Mythen vertraut, passen natürlich die Buchmacher ihre Quoten auch entsprechend an. Entlarvt man also diese Mythen, kann man sogar davon profitieren!
 
Siegzwang
Eine Mannschaft, die gegen den Abstieg oder um den Einzug in die Champions League spielt, muss gewinnen, ist also motivierter und besser. Dies würde aber auch bedeuten, dass das Team bis zu diesem Zeitpunkt nicht voll motiviert war, denn mehr als 100% sind nicht möglich (auch wenn Sportler regelmäßig bekunden, noch motivierter zu sein). Eine zweite Erklärung wäre, dass eine Mannschaft unter Druck besser spielt. Stress hindert jedoch allgemein häufig die Performance. Es klingt einfach und plausibel, doch die Daten sprechen eine andere Sprache: Bei einer Analyse der letzten zehn Saisons in Bundesliga, Premier League und Ligue 1 zeigt sich, dass abstiegsbedrohte Teams im Monat Mai sogar schlechter abschnitten, als im sonstigen Saisonverlauf. 
 
Erschöpfung
Nach einer anstrengenden Reise, zum Beispiel im Europacup, sind Teams erschöpft. Was wir in den letzten Wochen auch auf der Seite 6 für die Bundesliga oft belegten: diese Annahme ist in den meisten Fällen falsch. Betrachtet man die Premier League, zeigt sich, dass Teams nach Spielen im Europacup sogar leicht besser abschnitten als nach einer Woche Pause. Mannschaften bereiten sich mit großen Kadern und besten Regenerationsmöglichkeiten vor und auch Flugreisen von 2-3 Stunden haben keinen großen Effekt auf Profi-Fußballer. NBA-Spieler absolvieren teils über 100 Saisonspiele mit tausenden von Reisekilometern.
 
Neue Besen
Wenn ein neuer Trainer auf der Bank sitzt, greifen die abstrusesten Theorien. Am beliebtesten ist das Sprichwort „neue Besen kehren gut“. Natürlich erinnert man sich gern an positive Beispiele, Kramny in Stuttgart, Schubert in Mönchengladbach, doch allgemein ist auch diese Annahme falsch. Eine Mannschaft wird sich, sofern sie bisher deutlich underperformt hat, irgendwann ihrer normalen Stärke wieder annähern (Regression zur Mitte). Oftmals passiert dies auch ohne Trainerwechsel.
 

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