Wettstrategien

Wettprofi oder glücklicher Amateur?

Sportwetten werden immer in einem Atemzug mit dem Wort Glücksspiel genannt. Das Glück ist der ständige Begleiter von Wettprofis und Amateuren. Mal freuen wir uns darüber, mal vermissen wir es schmerzlich. Doch wann haben wir überhaupt Glück und wann haben wir einfach nur gut gewettet?

Gefahr des „Laufs“

Glück ist ein großer Problemfall für den Sportwetter. Wenn wir einen Lauf haben, beispielsweise sechs getroffene Wetten, dann kommt schnell das Gefühl auf, dass wir eine starke Phase haben, vielleicht sogar die Einsätze erhöhen sollten. Doch mathematisch gesehen, können auch sechs Münzwürfe jeweils auf der gleichen Seite landen und die Wahrscheinlichkeit dafür ist gar nicht mal so gering. Die sechs Treffer könnten also ebenso gut pures Glück gewesen sein und wir fallen am nächsten Tag mit höheren Einsätzen so richtig auf die Nase. Phasen können zudem lang anhalten. Trifft man eine Woche lang wirklich gut, oder gar einen Monat – hat man vielleicht sogar ein sehr gutes Jahr? Die Stichprobe für die Bewertung zwischen gutem Wetter und glücklichem Wetter kann nicht groß genug sein und es gibt keinen Zielwert, ab welchem man davon ausgehen kann, dass man ein gutes System oder gute Analysen hat. Reichen 200 Wetten, wenn man dabei profitabel war? Das lässt sich nicht beantworten, bzw. kann es weitere 200 Wetten später ein ganz anderes Bild geben.

Realquoten nutzen

Um dem Glück auf die Spur zu kommen, sollte man sich der Buchmacherquoten bzw. der Realquoten annehmen. Wenn Sie ihre eigene Erwartungswahrscheinlichkeit mit den Realquoten vergleichen und große Differenzen erkennen, haben Sie einen Tipp.

Notieren und lernen

Sie sollten ihre Erwartungswahrscheinlichkeiten und die Realquoten dabei stets notieren um nachhalten zu können, wann Sie wirklich richtig lagen. Je größer der Unterschied zwischen Ihrem eigenen Prozentwert und der Realquote, desto sicherer müssten Sie mit ihrem Tipp sein. Gewinnen Sie vor allem die „sicheren“ Tipps, dann kann man von „gutem Wetten“ ausgehen. Ist das Bild jedoch völlig diffus und Sie gewinnen hier und da Tipps, bei denen Sie kaum von der Realquote abweichen, verlieren aber die Tipps mit großen Unterschieden zwischen ihrem Erwartungswert und der Quote, dann ist die möglicherweise dennoch positive Bilanz vor allem eines: Glück. Um ein besserer Wetter und langfristig profitabel zu sein, ist die stetige Analyse der eigenen Performance unablässig. Sich selbst etwas vorzumachen, schadet auf lange Sicht immer dem Geldbeutel. Und sich dann über das große Pech zu beklagen, ist ein grundsätzlicher Zug von Amateuren am Wettmarkt.

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