Wettstrategien

Wenn der Wunsch der Vater einer Wette ist

Dass es ganz unterschiedliche Wetter gibt, haben wir in dieser Rubrik schon mehrfach besprochen. Manche verlassen sich gänzlich auf ihr Bauchgefühl, andere tippen nur nach eingehender Analyse aller verfügbaren Zahlen und mancher tippt mal so, mal so. Eins unterscheidet jedoch den Hobbywetter – welcher Wetttyp auch immer er ist – vom Profi: die Emotion! Der tägliche Kampf des Profiwetters ist, sich keine Emotionen zu erlauben bei seinen Tipps. Der Hobbywetter hingegen lässt sich oft unterbewusst von Wünschen leiten. Der Wunsch ist kein guter Vater einer Wette.
 
Bias Lieblingsteam
Sei es das Lieblingsteam oder das Livespiel, dass man abends mit Freunden sehen möchte – oft haben wir, bewusst oder nicht, ein bestimmtes Wunschdenken zu Sportereignissen. Diese zwei Fälle lassen sich jedoch mit etwas Disziplin schnell in den Griff kriegen: Tipps auf das Lieblingsteam unterlassen und vor TV-Spielen nicht wetten, nur um „was laufen“ zu haben. Dazu muss man sich aber vor allem erst einmal bewusstwerden, wann das Wunschdenken tatsächlich zuschlägt. Denn selbst bei der vermeintlich nüchternen Analyse laufen wir Gefahr, uns von unserem Wunsch leiten zu lassen. Und gerade beim Lieblingsteam ist es oft schwierig, einen klaren Blick zu halten und zu erkennen, dass das Wunschdenken einem Streiche spielt.
 
Wettidee widerlegen
Oft hat man zu einem Spiel oder Sportereignis eine gewisse Tendenz und versucht, diese dann mit Daten oder Fakten zu belegen. Hier begeht man aber schon den ersten Fehler: man versucht explizit, seine These zu belegen und sucht daher nur nach solchen Infos, die genau das tun. Ein denkbarer Ansatz wäre in diesem Fall gezielt zu versuchen, sein ursprüngliches Bauchgefühl mit Statistiken zu widerlegen. Erst wenn man keine schlüssigen Gegenargumente findet, tippt man schließlich auf den eigentlichen Gefühlstipp. Versuchen Sie, Ihre Ursprungsidee also zu widerlegen und nicht zu belegen.
 
Gefühle vermeiden
Aber wie findet man im Nachhinein heraus, ob man sich bei seinem Tipp vom Gefühl leiten ließ und eventuell deshalb auf der falschen Fährte war? Nun, das ist generell nicht einfach. Gerade nach verlorenen Wetten neigt man dazu, vorschnell Sündenböcke auszumachen. Wohingegen man nach gewonnenen Wetten weniger an Glück sondern an die eigene Expertise glaubt. Daher ist es wichtig, schon im Vorfeld einer Wette darauf zu achten: ist hier nicht der Wunsch der Vater der Wette? Wenn Sie dann trotzdem eine Wette abgeben wollen, sei es aus Tradition, oder weil es den Fernsehabend spannender machen soll, halten Sie wenigstens die Einsätze klein, um nicht das hart erarbeitete Kapital durch Gefühlsduselei zu verlieren.
 

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